Geschichte
                          Der Schulort

(Auszug aus der Schulchronik des Jahres 1887)
Naundorf liegt in der Nordwestecke des Kreises Sorau auf einer mäßigen Bodenwelle, die von Ost- Süd-Ost und West-Nord-West durch die Ebene läuft, bei der Schule und Kirche ihre höchsten Punkte erreicht und von da im Westende des Ortes abfällt, so dass dieser Teil schon häufig überschwemmt wurde.
Das Dorf selbst ist etwas über 1 km lang und besitzt unter seinen Gebäuden die alte ehrwührdige aus Feldsteinen gemauerte Kirche, welche schon manche Generation in ihren heiligen Räumen und auf dem umliegenden Friedhof hat versammeln sehen, die im schlichten Hofbau neu errichtete Schule, eine vom jetzigen Besitzer Gottlieb Britze gegründete Landwirtschaftliche Maschinenbauerei, ein Gasthaus und den nur einige Arbeiterwohnungen und Scheunen enthaltenen herrschaftlichen Hof. Die breite Dorfaue begleiten rechts und links wohl größtenteils massive, schmucke Wohnhäuser, leider aber weder Schatten- noch Obstbäume, so dass sie aussieht wie hohe Fenster ohne Gardinen. Einige Anpflanzungen sind noch jüngeren Datums, doch wäre zu wünschen, dass sie allgemein Nachahmung finden, und dies um so mehr, da die Gemeinde verhältnismäßig wenig für Straßenbau zu sorgen hat.
Die Gemeinde Naundorf, welche zur Standesherrschaft Forst und Pförten, zum Amtsbezirk Bohrau gehört, besitzt eine Feldmark von 1441 Morgen.
Diese Gemarkung stößt im Norden auf etwa 1 km Länge an die Lausitzer Neiße, welche hier auf eine kurze Strecke westlichen Lauf hat.)


Die Ersterwähnung von Naundorf ist in einer Urkunde vom 16. Oktober 1544 überliefert, die selbst nur als Abschrift des 17. Jahrhunderts erhalten ist. Darin bestätigen Äbtissin, Priorin und Konvent des Benediktinerinnenklosters vor Guben, dass sie gewisse Entschädigungsgelder für die auf Befehl Kaiser Ferdinands verpfändeten Klosterbesitzungen erhalten, darunter von Heinrich von Polenz für Naundorf jährlich 80 Gulden. Wann das Kloster das Dorf erworben hat (eventuell schon im 14. Jahrhundert), läßt sich nicht mehr feststellen, da das Kloster selbst im Hussitenkrieg 1429 zerstört und jüngere Urkunden bei der Auflösung des Klosters 1564 restlos verloren gingen. (lt. Schreiben des Staatsarchivs Potsdam vom 04.03.1987)

Die oben erwähnte Schulchronik verzeichnet den öffentlichen Beginn der Hinwendung zum evangelisch-lutherischen Glauben (Reformation) für das Jahr 1538. Und von da an hatte Naundorf als Filiale von Sacro einen gemeinsamen Pfarrer (mit Sacro). (Diese Daten stammen aber nur aus mündlichen Überlieferungen und sind nicht belegt.)


Auszug aus der Schulchronik zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr:

Am 23. Februar 1893 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Naundorf mit dem Wahlspruche: Gott zur Ehr`, dem Nächsten zur Wehr."
(Die gleiche Quelle sagt aber auch aus, dass bereits im Jahre 1884 „...eine treffliche Feuerspritze erworben wurde, von der wir wünschen, dass sie niemals gebraucht würde".)
Der junge Verein zählte sofort 26 Mitglieder. Zum Vorsteher wurde der Maschinenfabrikant Gottlieb Britze gewählt, der sich die Ausbildung des Vereins sehr angelegen sein ließ, so dass sich die Naundorfer Wehr bei Bränden in den Nachbarorten durch seine Schlagfertigkeit und Tüchtigkeit bald einen guten Ruf erwarb; mehrmals wurde ihr die erste Prämie zuteil.


Ereignisse, die in der Schulchronik erwähnt wurden:

fast einmal jährlich führte die Neiße Hochwasser und brachte Schäden in der Feldmark mit sich), das letzte Hochwasser war ca. 1958

Brände durch Blitzschlag und Brandstiftung

Gedenkstein eines sächsischen Trompeters (lt. Überlieferung stürzte an der Stelle ein sächsischer Trompeter vom Pferd, starb und wurde dort begraben. Damals gehörte die Niederlausitz zu Sachsen (bis 1815)

im Jahre 1934 wurde auf der Feldmark von Naundorf bei Schachtarbeiten ein fast 17 Meter langer über einen Meter im Durchmesser gut erhaltener Einbaum gefunden worden. Im Einbaum fand man weitere Gegenstände: den Längsknochen eines großen Säugers, der als Dolch diente, eine Waffe aus Sandstein u.a. Der Einbaum war bis 1945 in den Anlagen des Amtshauses zu besichtigen

Straßenbau Naundorf-Sacro März 1930


Naundorf gehört seit dem 06.12.1993 als Ortsteil zur Stadt Forst (Lausitz).
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